Kauf von Baumsteigerfröschen


 

Am besten kauft man neue Frösche direkt bei den Züchtern und holt sie auch bei diesen ab. Dies ist für die Frösche mit dem geringsten Stress verbunden und hat den Vorteil, dass man sieht wie die Tiere gehalten und aufgezogen werden. Auch für den Erfahrungsaustausch ist der direkte Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer wichtig. Man sollte sich vorab gut über die gewünschten Arten informieren (Buchtipp: LÖTTERS, JUNGFER, HENKEL, SCHMIDT: Pfeilgiftfrösche – Biologie, Haltung, Zucht). Dazu kommen dann noch Informationen aus dem Internet und des Verkäufers. Daraus ergibt sich meist ein einigermassen verlässliches Bild über die Ansprüche und Haltungsbedingungen des möglichen neuen Pfleglings. 

 

Es gibt Arten die besser geeignet sind als erste Frösche als andere. Wir halten vor allem Phyllobates bicolor für einen guten Einstieg. Die Tiere sind relativ robust, wenig scheu und recht gut in Gruppen haltbar. Dendrobates tinctorius und D. leucomelas sind ebenfalls geeignet, scheinen jedoch etwas scheuer und stressanfälliger als P. bicolor. D. auratus ist ebenfalls geeigent, oft sind Tiere dieser Art aber eher scheu. Von den keinen Ranitomeya Arten scheint R. amazonica oder R. imitator gut für Einsteiger geeignet.  

 

Beim Aussuchen der Frösche sollte man darauf achten, dass die Tiere gut genährt sind, klare Augen haben und keine äusseren Verletzungen aufweisen. Das Herausfangen, der Aufenthalt in den Verkaufsbehältern und der Einzug in die neue Umgebung sind für die Tiere mit grossem Stress verbunden. Es kann daher sein, dass die Nahrungsaufnahme für einige Tage unterbrochen wird. Auch Verletzungen können vom Herausfangen oder dem nervösen Herumspringen in den Verkaufsdose resultieren. Vor allem bei grösseren und kräftigen Tieren wie zum Beispiel D. tinctorius treten regelmässig Schäden im Bereich des Kopfes vor, da die Frösche probieren aus ihren Verkaufsbechern auszubrechen und wiederholt gegen den Deckel springen und drücken.

 

Nach dem Kauf sollten die Tiere bevorzugt in einer Styroporbox nach Hause transportiert werden. In dieser ist das Klima einigermassen konstant und die Tiere sind im Dunkeln und weniger aktiv und wohl auch weniger gestresst. Gut ist es, die Tiere zu Hause für mehrere Wochen in einem temporären, spartanisch aber artgerecht eingerichteten Terrarium unterzubringen. So können allenfalls Kotproben und Hautabstriche zur Analyse eingeschickt werden (www.exomed.de). So erhält man die grösstmögliche Sicherheit auch gesunde Frösche in das eingerichtete Terrarium einzusetzten. Auch wenn die Verlockung nach dem Kauf gross ist, die Tiere immer sehen zu wollen, sollte davon abgesehen werden um den Fröschen Ruhe zu gönnen um sich in der neuen Umgebung einzuleben.